Führen in Teilzeit

„Home Office gibt es bei mir nicht. Wer zuhause arbeiten kann, ist unwichtig.” So sieht das Trigema-Chef Wolfgang Grupp. Seine Einstellung begründet er mit Schnelligkeit und Produktivität, welche nur im Büro gegeben sind.

Während Home-Office für viele in der Pandemie zum Alltag wurde, steht es in letzter Zeit vermehrt in der Kritik. Immer wieder ist von geringerer Effizienz und Kreativität die Rede. 

Wir wollten herausfinden, ob das stimmt und haben euch gefragt. Die Auflösung gibt es hier:
Für 33 % der Teilnehmenden macht es keinen Unterschied, ob sie im Office arbeiten oder am heimischen Schreibtisch. 58 % schätzen ihre Produktivität zu Hause höher ein und nur 8 % der Personen sind im Büro produktiver.  

Uns hat das Ergebnis sehr überrascht: Entgegen der medialen Einschätzung scheinen viele Mitarbeitende immer noch auf der Welle der Home-Office-Euphorie zu reiten. Doch was macht das Arbeiten von zu Hause aus eigentlich so viel besser? Und was sind die Nachteile? Das erfahrt ihr im Folgenden. 

Zeitersparnis und Flexibilität

Das ist wohl einer der grössten Vorteile des Home-Office: Die unfassbar grosse Zeitersparnis:
Anstatt morgens um acht gestresst zum Zug zu eilen, damit man um neun Uhr im Büro ist, kann man sich noch mal umdrehen, einen Kaffee machen und entspannt um neun den Laptop starten. 
Zu Mittag wird in der heimischen Küche gegessen und nicht am Schreibtisch gesnackt oder die kulinarischen Untiefen schweizer Kantinen erkundet. 
Und am Abend steckt man nicht in der Rush-Hour, sondern rushed zum Sofa, bevor andere Bewohnende den besten Platz reservieren. 

Kurzum: Arbeiten von zu Hause aus erspart den Beschäftigten Zeit, Nerven und Fahrtkosten. 

Dazu kommt noch die erhöhte Flexibilität, die das Home-Office bietet. Die Behörde hat nur bis 12.00 Uhr offen? Das Kind ist krank und kann nicht in die Schule gehen? Mit dem Arbeitsplatz zu Hause kann man auf solche Unwegsamkeiten und kleinen Probleme sehr viel flexibler reagieren. 

Erhöhtes Ablenkungsrisiko

Damit sind wir aber auch schon bei einem Nachteil des Home-Office: Das erhöhte Ablenkungsrisiko. Wer arbeitet schon gerne zwischen schmutzigem Geschirr und Wäschebergen? Also noch schnell die Wohnung aufgeräumt. Getreu dem Motto: “Das bisschen Haushalt macht sich von allein”. Wohl eher nicht. Dann noch der Anruf eines alten Freundes, und und und. So geht schnell Arbeitszeit verloren.

All diese Vorfälle stören die Konzentration und senken die Produktivität. Wer von zu Hause aus arbeitet, muss also eine gute Konzentrationsfähigkeit besitzen.    

Stressreduktion

Doch es kann auch anders laufen. Viele Mitarbeitende melden, dass sie im Home Office weniger gestresst sind als im Büro. Das kann vor allem bei introvertierten Personen der Fall sein. Die geringere Anspannung fördert die Gesundheit und reduziert so die Krankheitstage der Mitarbeitenden. Auf lange Sicht kann dies sogar die Produktivität erhöhen. 

niedrigere Fixkosten

Die niedrigere Anzahl an Ausfällen ist nur ein Weg, auf dem auch Unternehmen vom Home-Office profitieren können. Ein anderer sind geringere Fixkosten. Mitarbeitende, die sich zu Hause befinden, benötigen keinen Schreibtisch und die Bürofläche kann reduziert werden. Viele Firmen haben ein desk-sharing Konzept eingeführt, welches das traditionelle Modell vom eigenen Platz im Büro ersetzt. Dabei reservieren sich die Beschäftigten einen Schreibtisch für eine gewisse Zeit. Normalerweise ist dies ein Tag. Falls die Person am nächsten Tag von zu Hause aus arbeitet, ist ihr Platz wieder frei und kann von einem anderen Teammitglied genutzt werden. Vor allem für Unternehmen, in denen es keine fixen Home-Office-Tage für das ganze Team gibt, ist dies eine gute Möglichkeit, sich räumlich zu verkleinern und Miete zu sparen.
Doch es lassen sich auch Strom-, Wasser- und Heizkosten sparen: Jeder Laptop, der nicht da ist, verbraucht keinen Strom und jedes Büro, das unbesetzt ist, muss nicht geheizt werden. Durch die hohen Energiekosten der letzten Zeit, bietet dies ein echtes Einsparungspotential. 

Weniger sozial-Kontakte

Ein Nachteil des Home-Office kann ein Mangel an sozialen Kontakten sein. Besonders Menschen, die allein leben und ausschliesslich von zu Hause aus arbeiten, können davon betroffen sein. Zwar haben die meisten Teams ihre Konferenzen online, so dass man auch aus dem Home-Office heraus daran teilnehmen kann, doch schwarze Kacheln können kaum den echten Kontakt zu anderen Menschen ersetzen. Vor allem bei Brainstorming-Sessions und anderen kreativen Prozessen kann es von Vorteil sein, sich in echt zu treffen. 

Positives Image

Doch kommen wir zum Abschluss noch mal zu einem Vorteil des Home-Office: Dem positiven Image, welches es Unternehmen verleiht. Ob in der öffentlichen Kritik oder nicht, arbeiten von zu Hause aus, ist bei den meisten Beschäftigten sehr beliebt. Wenn eine Firma Home-Office ermöglicht, kann ihr das in dem Kampf um die besten Talente einen Vorteil verschaffen und darüber hinaus die Mitarbeitendenbindung stärken. Des Weiteren gilt Home-Office trotz aller Entwicklungen immer noch als progressiv. Unternehmen zeichnen sich dadurch also als zukunftsweisend und modern aus. Das kann vor allem junge Talente anziehen.

die mischung macht's

Wie alles im Leben hat Home-Office also sowohl für Mitarbeitende als auch für Firmen Vor- und Nachteile. Einerseits spart es Zeit und Kosten, andererseits kommen soziale Kontakte und Kreativität zu kurz. 

Wir finden daher: auf die richtige Mischung kommt es an. Jeden Tag allein im Home-Office zu sitzen macht auf Dauer niemanden glücklich oder gesund. Den besonderen Charme einer überfüllten Pendler-Bahn möchten aber auch die wenigsten jeden Morgen erleben. Deshalb gilt es, eine gute Mischung aus Büro- und Home-Office-Tagen zu finden. Eine gute Lösung kann hier beispielsweise eine drei-zu-zwei Aufteilung sein. Also drei Tage im Büro, zwei Tage zu Hause. Am besten ist es aber, wenn man das an die eigenen Bedürfnisse und die des Unternehmens anpasst. So hat das Home-Office dann für alle Beteiligten nur noch Vorteile. 

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